Das Ziel Gottes mit der Menschheit

Dieser Artikel soll einen Überblick über einige Themen geben, die auf dieser Webpage behandelt werden und sie verbinden. Folgen Sie den Links, um mehr zu dem jeweiligen Thema erfahren. Der Grundgedanke ist, dass Gott der Leiter und Verwalter dieser Erde ist und einen Plan (Vorsatz) durchführt (Eph. 3,11) – man könnte also sagen, dass er der Manager dieser Welt ist.

Möchte man Handlungen von Menschen oder Unternehmen nachvollziehen, muss man wissen, was sie vorhaben, welches ihr Ziel ist. Auch um Gottes Handeln verstehen zu können, sollte man zunächst die Frage klären, welches Ziel sich Gott mit dieser Welt gesetzt hat. Dazu bleibt nur ein Weg: Die Lektüre der ältesten „Unternehmenspublikation“ der Welt, Gottes Heiliger Schrift. Die Zieldefinition ist leicht zu finden, denn sie erscheint überall in diesem speziellen Buch: Das Ziel Gottes ist, eines Tages von der Menschheit, Seiner Schöpfung, ausnahmslos und von ganzem Herzen geliebt und verehrt zu werden (Phil. 2,9 -11; Röm. 14,11; Off. 4,11; Offb. 15,4).

Zwei Alternativen ergeben sich:

  • Die Erschaffung von Menschen, die mit dem Bösen nicht in Kontakt kommen und direkten Zugang zu Gott haben. Aber wie sollten sich diese Geschöpfe über diesen Zustand freuen können und Gott dankbar sein? Man kann sich über bestimmte Umstände doch nur dann richtig freuen, wenn man vorher wesentlich schlechtere Bedingungen erlebt hat. Folgerichtig bleibt nur eins [3]:
  • „Ich (Gott) bilde das Licht und erschaffe das Finstere, bewirke das Gute und erschaffe das Böse.“(Jes 45,7); „Ich erschuf auch den Verderber, um zu verheeren“ (Jes. 54,16). Denn das Erkennen von Gottes heiligen Eigenschaften setzt voraus, dass die Geschöpfe, die Ihn dafür lieben sollen, auch den Gegensatz zwischen Gut und Böse erlernt haben. Diese Erkenntnis wurde dem Menschen aber nicht angeschaffen, sondern sollte in ihm entwickelt werden. Woher aber hätte der Mensch den Gegensatz von Gut und Böse wissen können, wenn negative Umstände („das Böse“) nicht von außen an ihn herangetreten wären? Wie hätte dies ferner anders geschehen können, als durch das Übertreten eines Verbots? Und so veranlasste Gott, dass die ersten Menschen von dem „Baum, der klug macht“ aßen (1. Mose 3,5), dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen – Er wußte natürlich, dass sie der Versuchung nicht widerstehen konnten. Denn es ist die Krankheit, die die Gesundheit angenehm macht, nur am Übel gemessen tritt das Gute in Erscheinung, am Hunger die Sättigung, an der Mühsal die Ruhe. Für Gott bilden diese Gegensätze also eine Einheit – für Gott sind alle Dinge gerecht und gut, da sie in Seinem Plan zielführend sind; Menschen mögen dagegen das eine für gerecht, das andere für schlecht halten. Wichtig ist aber, beides zu erleben.

Die Geschichte der Menschheit ist also ein gigantisches Lernprogramm, in das Gott jeden Einzelnen mit einbezieht um Schritt für Schritt „alle mit Sich [Gott] auszusöhnen“ (Kol. 1,20). „Alles hat sich [dann Christus] untergeordnet“ (1. Kor. 15,25 -28, siehe auch Kol. 1,15 -17; Eph. 1,9-10; 20-23, Phil. 3,21). Dieses Leben hier ist also eine Zubereitung für alle Menschen, „damit in dem Namen Jesu sich jedes Knie beuge“ und jede Zunge huldige:“Herr ist Jesus Christus, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters“ (Phil. 2,11), was nur in Heiligem Geist möglich ist (1. Kor. 12,3). Wir können uns also fest auf „den lebendigen Gott verlassen, welcher der Retter aller Menschen ist“( 1. Tim. 4,10, siehe auch 1. Tim. 2,4). „Dieses weise an und lehre!“ (1.Tim. 4,11). Warum hört man diese wirklich frohe Botschaft (=Evangelium) dennoch so selten?

Die Haupteigenschaften Gottes

Gott hat also Großes mit Seiner Schöpfung vor. Ist Gott aber auch in der Lage, Seine Ziele zu erreichen? Von welchen Eigenschaften Gottes spricht die Bibel? Zwei in dieser Beziehung wichtige Eigenschaften Gottes sind Allmacht und Liebe:

Allmacht

Allmacht ist biblisch gesehen nicht etwa nur die Möglichkeit der Machtausübung, sondern Allwirksamkeit. Es ist also nicht jene Macht, durch die Gott vieles nicht tut, was er könnte, sondern jene handelnde Kraft, durch die er machtvoll alles in allem wirkt.

„Alles, was Ihm gefällt, tut Er“ (Ps. 115,3). „Er ändert Zeiten und Fristen, lässt Könige vergehen und lässt Könige aufstehen, gewährt den Weisen Weisheit und Erkenntnis den im Verständnis erfahrenen. Er enthüllt die tiefen und verborgenen Dinge…“ (Dan 2,20-22).
„Ist irgendeine Sache zu schwierig für Jewe?“ (1. Mose 18,14). Mitnichten! „Denn ich [Jesus] sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken!“ (Mat. 3:9). Gott ist also „hoch erhaben über jede Fürstlichkeit und Obrigkeit, Macht und Herrschaft, auch über jeden Namen, der nicht allein in diesem Äon, sondern auch in dem zukünftigen genannt werden wird“ (Eph. 1,21 ff).
Gott macht sich in Seinem Handeln nie abhängig vom Tun der Menschen, er allein ist souverän und völlig unabhängig in seiner Willensbildung. Er kann daher Seine Pläne ausführen, ohne dass er diese jemals korrigieren oder anpassen müsste. „Die früheren Dinge, siehe sie trafen ein! Und die neuen sage Ich an! Bevor sie sprossen, verkündige ich sie euch!“ (Jes. 42,9). Ihm ist alles bekannt: „Der das Ohr gebildet hat, sollte Er nicht hören? Oder der das Auge geformt, sollte Er nicht erblicken?“ (Ps. 94,9). „Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich!“ (Lk. 1,37). Warum? „Weil Du [Gott] das All erschaffen hast und es durch und für Deinen Willen war und erschaffen ist“ (Offb. 4,11). Gott ist allgegenwärtig (Jer. 23,24). Er ist „ein Gott und Vater aller, der der über allen ist und durch alle und in allen wirkt.“ (Eph. 4,6). Gott lenkt also die Herzen der Menschen „wie Wasserbäche“ (Sprüche 21,1). Unser Leben verläuft genau so, wie Gott es geplant hat. „Denn Gott ist es, der beides in euch bewirkt: das Wollen wie auch das Wirken nach Seinem Wohlgefallen“ (Phil. 2,13).

Was bedeutet das? Dass der Mensch zwar denkt, aber Gott diese Gedanken lenkt. Es hängt bei Gott überhaupt nichts vom Menschen ab, denn Gott wirkt alles. Das beeinhaltet natürlich auch das, was wir als böse ansehen.

Liebe

„Liebe ist aus Gott“ (1. Joh. 4,7). Er ist die Quelle wahrer Liebe. „Gott ist Liebe“ (1. Joh. 4,8). „Im Sohn Seiner Liebe“ hat Gott das All erschaffen, das Sichtbare und das Unsichtbare (Kol. 1,13-17).

Als besonderen Beweis Seiner Liebe hat Er Seinen eigenen Sohn geopfert (Joh. 3,16; Joh.15,13), als wir noch Sünder waren (Röm. 5,8). Warum war die Kreuzigung Jesu so ein eindrucksvoller Liebesbeweis Gottes an uns Menschen? „Gott hat Seinen Sohn nicht ausgesandt, dass Er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde“ (Joh. 3,17). Was ist damit gemeint? Jesus hat alle sündigen Taten der gesamten Welt auf sich genommen (Joh. 1,29, 1. Joh. 2,2), d.h. auch die Sünde des Unglaubens. In den Briefen des Apostel Paulus wird das noch deutlicher: „Denn wenn wir, als wir Feinde waren [also als Ungläubige], mit Gott durch den Tod Seines Sohnes versöhnt wurden, wieviel mehr werden wir, nun versöhnt, in Seinem Leben gerettet werden!“ (also eine einseitige Allversöhnung Gottes mit der Welt; Röm. 5,10). Der Kreuzestod Jesu wird aber auch die Basis für die von Ihm bewirkte zukünftige beidseitige Versöhnung (d.h. Aussöhnung) Gottes mit der Welt sein (die sog. Allaussöhung; Kol. 1,20). „Demnach nun, wie es durch die eine Kränkung [Adams] für alle Menschen zur Verurteilung [zum Tod] kam, so kommt es auch durch den einen Rechtsspruch [durch Jesu Tod] für alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens“ (Rö. 5,18; 1. Kor. 15,22; Gal. 2,16). Genauso passiv wie durch Adams Sünde über jeden Menschen der Tod (und damit die Sünde) gekommen ist, wird dies durch einen anderen, nämlich Jesus, genauso passiv wieder getilgt. Dazu ist Gottes Sohn gestorben. Welch eine tiefe Logik und wahre Gerechtigkeit! Wie könnte auch Gott Seine Liebe stärker zum Ausdruck bringen?

Der Zeitplan Gottes

Jeder, der ein großes Ziel erreichen möchte, macht sich einen Zeitplan mit möglichst klaren Zwischenzielen („Meilensteinen“), um Ressourcen zeitrichtig einzuplanen.

Gott (der Vater) war aber als Schöpfer der Zeit (1. Mose 1,14) und Macher der Äonen (Heb. 1,2) in der einmaligen Lage, Anfang und Länge des zeitbehafteten Zustands festzulegen. Er allein ist der Unwandelbare (Jes. 41,4b; Jak. 1,17), Unvergängliche (1. Tim. 1,17) und besitzt allein die Vorkenntnis über die Zukunft (Apg. 2,23; Jes. 46,10).

Wozu hat Gott eigentlich den zeitbehafteten Zustand geschaffen? Mit dem Begriff Zeit definieren wir das Maß der Veränderung, der alles hier auf der Erde unterworfen ist. Aus Gottes Perspektive sind Veränderungen nur dann nötig, wenn der optimale Zustand noch nicht erreicht ist. Folglich wird der momentane, uns so vertraute veränderliche Zustand der Schöpfung nicht mehr „nötig“ sein, wenn Er zum Ziel gekommen ist (Rö. 8,21).

Während dieser Zustand jedoch noch in ferner Zukunft liegt, liegt die Schaffung der Zeit lange in der Vergangenheit. Der zeitlose Zustand davor wird in der Bibel „vor den Äonen“ genannt (1. Kor. 2,7; 2. Tim. 1,9; Titus 1,2).

Äonen sind die längsten Zeiteinheiten in der Bibel, kürzere Zeiteinheiten sind die sog. „Haushaltungen“; Beschreibung siehe hier.

Die Anwendung des Zeitplans Gottes

Im Alten Testament (AT) der Bibel werden viele Anweisungen gegeben und Lebensordungen beschrieben, wie zum Halten des Sabbats (4. Mose 15,32-36) oder Opfergesetze (3. Mose 1). Diese gelten heute der Gemeinde Christi nicht mehr; generell führen Gesetze nicht mehr zum Heil (Kol. 2,16; Röm. 10,4, 14:5,6; Eph. 2,14f). Das ist eigentlich klar, denn kein Christ würde heute auf die Idee kommen, auf die Anwendung der Speisegesetze des AT (3. Mose 11) zu bestehen.

Während es aber noch völlig einleuchtend ist, dass wir nicht jüdische Rituale des AT nachzuvollziehen haben, wird besonders im Neuen Testament viel durcheinander gebracht. Wichtig ist nämlich auch hier, zwischen dem zu trennen, was Israel gilt und was an die Gemeinde gerichtet ist. Es gilt, zwischen den zwei Hauptaufträgen an die „Mitarbeiter Gottes“ zu unterscheiden:

Die Mitarbeiter Gottes

Ein menschlicher Manager ist auf seine Mitarbeiter angewiesen, ja sogar abhängig. Er benötigt Menschen, die in der Lage sind, seine Pläne umzusetzen. Die Fähigkeit, die richtigen Mitarbeiter zu finden, ist erfolgsentscheidend für die gesamte Unternehmung.

Gott dagegen hat jeden Menschen selbst erschaffen und mit individuellen Fähigkeiten ausgestattet, von denen viele selbst wahrscheinlich nicht einmal etwas ahnen. Gott sucht demnach nicht Mitarbeiter, Gott ordnet Aufgaben zu. Welche Aufgaben hat Gott nun welchen Mitarbeitern zugeordnet?

Einige Aufgaben

Die Aufgabenzuteilung wird in der Bibel Auserwählung (oder Erwählung) genannt. So wurde Christus als Erster von Gott ausgewählt, um alle anderen zu retten (Kol. 1,20). Jeremia wurde vor seiner Geburt erwählt, den Nationen ein Prophet zu sein (Jer. 1,5), was auch zeigt, dass eine Erwählung nicht verdient werden kann („nicht aber aus Werken, sondern aus Ihm, der beruft“, Rö 9,11). Dies ist der Grundsatz „pars pro toto“, der aussagt, dass ein Teil von dem Schöpfer erwählt wird, um das Ganze zum Ziel zu führen (nach Vischer [11]), bzw. das „Prinzip der progressiven Ausweitung des Heilsgeschehens“ (nach Jukes).

Gottes Schöpfung wird in der Bibel in zwei Bereiche geteilt („in den Himmeln und auf der Erde, das Sichtbare und das Unsichtbare“, Kol. 1,16; Phil. 2,10). Entsprechend wurden auch zwei Gruppen von Menschen ausgewählt, um ihnen Gottes Wort zu bringen. Die Botschaft Gottes (auch „Evangelium“ = Wohlbotschaft) an die erwählten Mitarbeiter unterscheidet sich dann auch vor allem aufgrund der unterschiedlichen künftigen Aufgaben. Gemeinsam ist ihnen lediglich der zukünftige Wirkzeitraum. Die beiden Gruppen sind das Volk Israel (für die Menschen auf der Erde) und die herausgerufene Gemeinde, die Körperschaft Christi (Kol. 1,18; Eph. 1,22).

Während Paulus als Apostel der herausgerufenen Gemeinde den Christus in uns verkündet (wie in Rö. 8,1) und von himmlischer Erwartung spricht, verkündet Jesus und später der Apostel Petrus dem Volk Israel das Königreich auf Erden (Millennium) mit Jesus als König. Aufgrund der Nichtannahme Jesu, die in der Kreuzigung gipfelte, verschiebt sich der Anbruch dieses Reiches auf unbestimmte Zeit. In diese „Pause“ wirkt Paulus mit seinem anderen, nur ihm gegebenen Evangelium für alle Völker („Nationen“ im Unterschied zu Israel, griechisch „ethnos„), das er direkt von Christus erhalten hat (Gal. 1,12; 2,7; Eph. 3,2-6). Im Unterschied zu den vier „Evangelien“ konnte Paulus‘ Botschaft die Kreuzigung und Auferstehung Christi zur Basis haben. Er durfte daher Inhalte enthüllen, die vorher verborgen waren – die Bibel spricht von Geheimnissen (1. Kor 4,1; Rö. 16,25). Ein wichtiges ist, dass wir nicht mehr unter Gesetz sind, sondern unter Gnade (Rö. 2,14).

Mehr zu den Unterschieden zwischen diesen beiden Evangelien hier.

Die Dokumentation – Die Bibel

Eine Unternehmenspublikation, Pflicht bei großen Unternehmen (wie der Geschäftsbericht bei Aktiengesellschaften), ist eine Dokumentation von Unternehmenszielen und vorhandener Ressourcen an Kapital und Mitarbeitern. Kernkompetenzen und Strategien werden erläutert.

In diesem Sinn ist die Bibel die älteste Unternehmenspublikation der Welt. Doch darüber hinaus besitzt sie eine herausragende Bedeutung als Kommunikationsmedium:

Gott (und auch Jesus) hat dabei nie selbst Schriftrollen beschrieben, sondern Menschen damit beauftragt. Dies war nicht etwa eine „Diktatinspiration“ unter Ausschaltung des Verstandes und Bewusstseins der Verfasser, sondern das unergründliche, aber erfahrbare Wirken des Geistes Gottes (2.Pet. 1,21).

Die Bibel ist also „gottgehaucht“ (2.Tim. 3,16) und kann nur deswegen beim gläubigen Hören der Bibel ganz individuell weiterwirken. Wie beim Autor ist dazu aber auch beim Leser der heilige Geist als Mittler notwendig, der das gelesene Wort in die ganz persönliche Kommunikation Gottes mit dem Leser umwandelt (1. Kor. 2,6-10).

Da nur Gläubige den Geist Gottes haben, kann nur von ihnen dieser Prozess erlebt werden. Nur sie erfahren, dass die Bibel Gottes Wort ist (1.Kor. 2,14).

Besonders wichtig ist daher, dass eine möglichst genaue Übersetzung der Worte Gottes verwendet wird.


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